Der MENTOR-Vorstand freute sich über die begeisternde Werbung fürs Lesen durch Autorin Ute Wegmann (4.v.l.).

08.04.2026 | News

Ein Leben mit Büchern

Autorin Ute Wegmann entführte in die Welt der Literatur

Auf eine Reise durch ihre ganz persönliche Literatur-Geschichte nahm Ute Wegmann ihr Publikum im voll besetzten Begas-Haus mit. Die Autorin aus Köln erzählte auf äußerst lebendige und intensive Weise, welche Bücher in Kindheit und Jugend ihre Sicht auf die Welt beinflusst hatten. Der Bogen reichte dabei von Goethes „Faust I“ über „Pippi Langstrumpf“ von Astrid Lindgren bis hin zu „Das große Heft“ der ungarischen Schriftstellerin Ágota Kristóf.

In ihrem Vortrag betonte Ute Wegmann, die Ende der 1970er Germanistik und Romanistik studierte, die Erschütterung, die ein literarischer Text bei Leser:innen auslösen müsse, wenn er gut sei. Er müsse universelle menschliche Erfahrungen berühren und Perspektiven verändern. Dies gelte für Kinder- und Erwachsenenbücher gleichermaßen, denn deren Unterscheidung sei eine künstliche, wenn es um Qualitätskriterien gehe. Franz Kafka hat diese Funktion der Literatur in seinem berühmten Zitat so beschrieben: „Ein Buch muss die Axt sein für das gefrorene Meer in uns.“ 

Ute Wegmann eröffnete den Zuhörer:innen Einblicke in ihr berufliches Leben, das sich im Lauf der Jahre mit Sprache und Literatur aus den verschiedensten Perspektiven befasste: aus Sicht einer Kritikerin, Radio-Moderatorin und Übersetzerin genauso wie aus der einer Drehbuch-Schreiberin und schließlich aus der einer erfolgreichen Kinderbuch-Autorin von sieben Romanen und einem Gedichtband.

Ganz besonders freute sich der Mentor-Vorstand, dass die Autorin in Heinsberg auch eine Leseprobe aus ihrem gerade erschienenen ersten Erwachsenenroman „Alles muss sehr weiß sein“ zum Besten gab. Dabei handelt es sich um eine rheinische Familiengeschichte über drei Frauengenerationen in der Zeit vom Nationalsozialismus bis zum Mauerfall. „Mit diesem Buch wollte ich die Lücke füllen, die das Schweigen meiner Familie über die Kriegszeit bei mir hinterlassen hat“, sagte die Schriftstellerin.

Vorsitzender Peter Kaiser bedankte sich bei Ute Wegmann herzlich für die besonders gelungene Werbung fürs Lesen und die Literatur, die die Mentor:innen wöchentlich „ihren“ Lesekindern nahezubringen versuchen.