Impressionen aus dem Museum
Fotos: Andrea Ludwigs-Spalink

09.06.2026 | News

Mentorfest im Wegberger Flachs- und Trachtenmuseum

Unterhaltsam und informativ, stimmgewaltig und lecker: All dies traf auf das Mentorfest 2026 zu, zu dem der Verein Mentor – die Leselernhelfer, Kreis Heinsberg diesmal nach Wegberg-Beeck eingeladen hatte. Im Beisein von Schirmherr Christian Pape, der gleichzeitig Bürgermeister der Mühlenstadt ist, bedankte sich Mentor-Vorsitzender Peter Kaiser in der guten Stube des Flachsmuseums herzlich für das gesellschaftspolitisch wichtige Engagement der Männer und Frauen, die regelmäßig in den Schulen des Kreises mit Kindern das Lesen üben und Leselust vermitteln. Auch Pape sprach den Mentoren und Mentorinnen auf seine volksnahe, komödiantische, aber ebenso nachdenklich machende Art sein Dankeschön aus.

Zuvor hatten die Mentoren und Mentorinnen eine Führung entweder durchs Flachsmuseum oder durchs wenige Schritte entfernte europäische Trachtenmuseum erleben dürfen. Unter der Leitung von Georg Wimmers, Vorsitzender des Heimatvereins Wegberg-Beeck, erfuhren die Besucher und Besucherinnen äußerst lebendig etwas über die Arbeits- und Lebensweise der Flachsbauern um 1900 herum, über die Flachsverarbeitung und den Ursprung so mancher Redewendung wie „ins Blaue fahren“.
Dass Kleidung immer schon ein Kommunikationsmittel war, brachten derweil Gregor Laufenberg und seine Kollegin den Trachten-Interessierten nebenan bei. An zahlreichen Beispielen erläuterten die beiden Guides, wie man Beruf, Stand und Vermögen an der jeweiligen Tracht ablesen konnte. Mit über hundert Trachten aus den verschiedensten europäischen Ländern zählt das Museum in Beeck zu den vielseitigsten Trachten-Museen Europas. Normalerweise präsentieren Trachten-Museen allein die Trachten einer bestimmten Region. Was es mit den Redensarten „vom Fleck weg heiraten“, „unter die Haube kommen“ oder „gut betucht sein“ auf sich hat, erfuhr das Publikum auf humorvolle Weise.

Nach so viel Informationen schmeckte die Niederrheinische Kaffeetafel mit Brot und Schmalz, Rosinenbrot und Apfelkraut, Blutwurst und Butterkuchen besonders lecker. Zum Ausklang ließ es sich Georg Wimmers nicht nehmen, zur Gitarre zu greifen und mit den Mentoren und Mentorinnen einige Lieder anzustimmen, wobei sich die Leselernhelfer und -helferinnen als durchaus textsicher und stimmgewaltig entpuppten.